Der Stör ist ein Mythos, Symbol für das Leben, dem die Zeit nichts anhaben kann.

Vor ungefähr 372 Millionen Jahren während des Devons innerhalb des Paläozoikums, erschienen die im weiten Panthalassa Ozean ersten Fische mit den strahlförmigen Flossen.

Diese Periode, die man das Zeitalter der Fische nennt, erwies sich für die Evolution der Meeresfauna als enorm fruchtbar. Zahlreiche Spezies wie die Knorpelfische mutierten zu den breitgefächerten Stämmen der Störe.

Dieser primitive Fisch, Erbe und Überlebende aus der frühen Zeit, erscheint ganz zu Beginn des Lebens auf der Erde, zu einer Zeit, in der alles noch am Anfang steht, da die Welt noch nicht richtig geschaffen ist und die Pangäa nicht kennt.

Das Gesicht der Erde öffnete sich, es erschienen Bergkuppeln und das weite Meer Paratethys verschwand zu Gunsten von Meeren wie das Kaspische Meer.

Störe, die in den kalten und produktiven Zonen der Nordsphäre beheimatet waren, wurden dort festgehalten. Auf diese Weise konnten sie die Dinosaurier und die multiplen Naturkatastrophen überleben, genauso wie einst die Menschen….

Mit 27 verschiedenen Spezies, die man bis heute zählt, gehörte der Stör seines Fleisches und seiner köstlichen Eier zu den am meisten geschätzten Fischen.

Seit der Vorgeschichte wurde die Umgebung des Kaspischen Meeres von den ersten Menschen bevölkert: Nomadenstämme, Vorfahren der großen Zivilisationen, fischten und jagten dort.

Nach alter Überlieferung ist Mesopotamien der Ort, an dem Menschen das Schreiben gelernt haben sollen, der Ort an dem große Zivilisationen wie die Assyrier, Elamiten, Medes, Parthen, Perser, Sumerer oder auch die Szythen die Geschichte der Menschheit mit ihrem Blut und ihren Händen geprägt haben.

Alle diese Zivilisationen ernährten sich vom gerösteten Stör und dem damaligen Kaviar. Diese Speisen fehlten in Mesopotamien bei deren fabelhaften Festessen auf keiner Tafel der Könige. Diese Tafelfreuden nährten allerlei Fantasien jenseits des Orients.

Die wilden Störe sind üppige Fische, sowohl was ihre Größe als auch ihren Geschmack betrifft. Ihre Länge reicht von 1,50 Meter bis zu mehr als 7 Metern, ihr Gewicht pendelt zwischen 15 kg und mehr als 1,5 Tonnen und sie können zwischen 35 und mehr als 150 Jahre leben. Besonders begehrt waren die Sorten Beluga, Oscietra und Sevruga.

« Wir warten darauf, dass die Natur uns das Beste bietet, und geben ihr Zeit, um das Außergewöhnliche, Einzigartige, den Ursprung der Geschichte und die Tradition vergangener Zeiten hervorzubringen »
Ahmad Shiroudian und Michel Ferreira
Mitbegründer

Natürlich war zu jener Zeit das Fischen nicht intensiv. Den Tieren war die Zeit gegönnt, sich zu entfalten und sich ausgiebig zu vermehren.

Das Wort Khâvyâr ist so alt, dass diejenigen, die es sich auf der Zunge zergehen lassen, daran erinnert werden, dass wir aus dem Schaum geboren wurden. Die Alten Perser meinten, es bedeute Starker Biskuit und verhieße unvergleichliche Lebenskraft, Durchhaltevermögen und Potenz.

Vor 3000 Jahren ging der König der Assyrier, Thegla Phalazar I., vorwiegend während des Sturms auf Fischfang des Störs und aß ihn dann lustvoll, um die nötige Kraft während der mit harten Bandagen geführten Kriege zu haben.

Im antiken Griechenland, erwähnten alle griechischen Philosophen Aristoteles, Herodot, Platon, Plutarch…, den Stör und den Kaviar als edle Luxusspeisen, die man bei prunkvollen Festessen nach persischer Art zu verzehren pflegte.

Epicharmos aus Syrakus (540 - 450 vor J.-C.) erwähnt, dass Zeus den Stör für sich und seine Gattin ausgesucht haben solle, als die Stände Münzen mit seinem Konterfei prägen ließen, als Zeichen von dessen Reichtum und Wohlstand.

Mythischer Fisch also mit den Eiern Voller Vitellus, der Stör war geschätzt und Gegenstand des Handels in der östlichen wie in der westlichen Welt. Die Handelsschiffe aus Persien und Skythen beförderten ihn in Salzlake gepackt, um ihn zu konservieren, vom Kaspischen Meer und von der Wolga aus nach ganz Europa.

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